Brief knicken: Anleitungen für perfekt gefaltete Briefe

Infos zu Brief knicken
Gewusst wie, ist es gar nicht so schwer, einen Brief akkurat zu knicken.

Ob private Briefe, geschäftliche Korrespondenz oder offizielle Schreiben: Die digitalen Kommunikationswege haben den klassischen Brief noch längst nicht abgelöst. Nach wie vor werden jeden Tag unzählige Schreiben verschickt. Doch bevor sich ein Brief auf den Weg machen kann, muss er in einen Briefumschlag gesteckt werden. Und genau hier beginnt mitunter das Dilemma. Denn wie lässt sich ein Brief so knicken, dass er optimal in den jeweiligen Umschlag passt und gleichzeitig ordentlich aussieht? Wir zeigen es Ihnen!

Natürlich kommt es bei einem Brief in erster Linie auf seine Inhalte an. Aber auch die Optik spielt eine Rolle. Denn es sieht einfach nicht ansprechend aus, wenn das Blatt lauter Knicke oder Eselsohren aufweist. Außerdem können die Faltkanten das Papier beschädigen und so die Schrift beeinträchtigen.

Verwenden Sie ein Kuvert mit Sichtfenster, muss die Anschrift des Empfängers gut sichtbar und richtig lesbar darin auftauchen. Und der Empfänger sollte das Schreiben öffnen können, ohne den Brief dabei zu beschädigen.

Es geht es also nicht nur darum, einen Brief irgendwie in den Umschlag zu bekommen. Stattdessen muss eine geeignete Falttechnik her. Und wie Sie vorgehen können, um einen Brief passend zum jeweiligen Umschlag zu knicken, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Das gängige Format für Papier

Sowohl Papier als auch Briefumschläge sind in vielen verschiedenen Formaten erhältlich.

Greifen Sie für Ihre private Post zu einem traditionellen Briefpapier, stellt sich die Frage nach dem passenden Kuvert meist nicht. Denn ein Set besteht in aller Regel aus dem hübschen gemusterten Briefpapier und Briefumschlägen. Auch bei einer Grußkarte erübrigt sich die Suche nach einem Umschlag. Die Karte hat ihr Kuvert nämlich schon dabei.

Ansonsten werden Sie wahrscheinlich Papier im Format DIN A4 verwenden. Dieses Papierformat hat sich als Standard etabliert. Das hängt damit zusammen, dass normale Drucker auf DIN A4 große Blätter ausgelegt sind. Und nachdem heutzutage Briefe, Dokumente und andere Schriftstücke größtenteils am Computer verfasst werden, werden sie dann auch auf Blättern im Format DIN A4 ausgedruckt.

Versandtaschen für Briefe

Anders als beim Papier sind bei den Briefumschlägen mehrere Formate gebräuchlich. Je nach Anzahl der Seiten kommt dabei eine Versandtasche oder ein Kuvert in Betracht.

Wählen Sie eine Versandtasche im Format C4, müssen Sie Ihren Brief gar nicht knicken. Denn durch die Größe von 229 x 324 mm passen Blätter im Format DIN A4 im Ganzen hinein. Eine Versandtasche ist deshalb eine gute Wahl, wenn Ihr Schreiben viele Blätter umfasst. Gleiches gilt, wenn Sie zusammen mit Ihrem Brief weitere Unterlagen wie zum Beispiel eine Bewerbung, einen Vertrag, eine Zeitschrift oder ein großes Foto verschicken.

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Eine Versandtasche im Format C5 ist 162 x 229 mm groß. Damit ist sie etwas größer als ein halbes DIN A4 Blatt. Damit Ihr Brief in den Umschlag passt, müssen Sie ihn deshalb auch nur einmal in der Mitte knicken. Diese Versandtasche eignet sich für Briefe mit mehreren Seiten.

Anders sieht es bei den kleinen Briefumschlägen aus. Damit Sie Ihren Brief in das jeweilige Kuvert stecken können, müssen Sie ihn nämlich auf ein Drittel oder ein Viertel falten.

Den Brief für ein Kuvert im Format C6 knicken

Grafik 1 zu Brief knicken
Für einen Umschlag im Format C6 knicken Sie Ihren Brief erst quer und danach längs.

Ein Briefumschlag im Format C6 hat eine Größe von 114 x 162 mm. Bei geschäftlichen und offiziellen Schreiben werden solche Briefumschläge nur selten verwendet. Im Unterschied dazu sind sie für private Post recht beliebt.

Damit Ihr Brief in einen C6 Umschlag passt, müssen Sie ihn im sogenannten Kreuzfalz knicken. Dabei falten Sie das Papier auf ein Viertel, indem Sie das Blatt erst waagerecht und danach senkrecht zusammenklappen. Das heißt:

  • Zunächst legen Sie Ihren Brief vor sich hin. Die Schrift zeigt dabei nach oben.
  • Nun falten Sie die Unterkante auf die Oberkante. Richten Sie das Papier so aus, dass alle Kanten bündig verlaufen. Dann können Sie das Blatt glattstreichen. Damit ist die Seite nur noch halb so groß.
  • Danach klappen Sie die linke Kante auf die rechte Kante. Dadurch ist die Seite auch senkrecht halbiert und hat sich insgesamt auf ein Viertel verkleinert.
  • Ihren Brief können Sie jetzt in den Briefumschlag stecken.

Ein Umschlag im Format B6 sieht genauso aus wie ein C6 Kuvert, ist rundherum aber ein paar Millimeter größer. Wenn Ihr Brief mehrere Seiten umfasst oder Sie zum Beispiel noch ein Foto oder eine Postkarte dazulegen wollen, können Sie den etwas größeren Umschlag nehmen. Die Falttechnik bleibt gleich. Sie knicken Ihren Brief also im Kreuzfalz.

Den Brief auf ein Drittel knicken

Grafik 2 zu Brief knicken
Damit der Brief in einen DIN lang Umschlag passt, müssen Sie ihn in drei Teile knicken.

In Büros sind Kuverts im Format DIN lang am gängigsten. Denn sie sind optimal auf Briefe abgestimmt, die mit den üblichen Textverarbeitungsprogrammen geschrieben und von Maschinen gefalzt werden. Der Umschlag ist 110 x 220 mm groß und es gibt ihn mit und ohne Sichtfenster.

Für so einen Umschlag müssen Sie Ihren Brief auf ein Drittel falten. Dabei haben Sie zwei Varianten zur Auswahl, nämlich den Zickzack- und den Wickelfalz. Bei beiden Falttechniken knicken Sie den Brief zweimal waagerecht. Doch während die Papierlagen beim Zickzack-Falz hintereinander liegen und dadurch ein Z ergeben, sind sie beim Wickelfalz aufeinander geklappt.

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Welche Methode Sie wählen, bleibt Ihnen überlassen. Bei Briefen ist zwar der Zickzack-Falz gängiger. Der Wickelfalz wird eher für Flyer und Prospekte verwendet. Aber beide Faltungen gehen in Ordnung.

Ein Blatt Papier in drei gleichgroße Teile zu falten, ist nur manchmal leichter gesagt, als getan. Zumal bei einem Kuvert mit Sichtfenster noch erschwerend dazukommt, dass die Adresse des Empfängers an die richtige Position muss. Doch keine Angst: Wir haben Tipps und eine Anleitung für Sie!

Setzen Sie Falzmarken.

Sie können sich das spätere Falten einfach machen, indem Sie die Werkzeuge Ihres Schreibprogramms nutzen. Konkret geht es dabei um die sogenannten Falzmarken.

Falzmarken werden manchmal auch Faltmarken genannt. Es handelt sich dabei um kleine, dünne Striche am linken Blattrand. Durch diese Striche sehen Sie, wo Sie den Brief knicken müssen.

Bei Geschäftsbriefen gibt die DIN 5008 die Position der Falzmarken vor. Dabei spielt dann auch eine Rolle, wie hoch der Briefkopf ist. Denn davon hängt ab, wo sich das Adressfeld befindet und wie die Falzmaschine den Brief falten muss, damit die Adresse des Empfängers im Sichtfenster des Umschlags landet.

Wenn Sie einen Brief schreiben, ordnen Sie die zwei Falzmarken am besten so an:

  • obere Falzmarke bei 10,5 cm, gemessen von oberen Blattrand
  • untere Falzmarke 10,5 cm unter der ersten Falzmarke, also bei 21 cm

Diese beiden Positionen entsprechen übrigens der Form B der DIN 5008.

Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich die Seitenränder Ihres Textdokuments bearbeiten. Wenn Sie den linken Seitenrand auf 2,5 cm setzen und den oberen Seitenrand auf 5 cm einstellen, hat die Anschrift des Empfängers automatisch die richtige Position für das Sichtfenster.

Nehmen Sie einen anderen Brief als Muster.

Vermutlich haben Sie in Ihrer Briefablage oder in einem Aktenordner ein Schreiben, das Sie in einem DIN lang Umschlag erreicht hat. Diesen Brief können Sie als Muster nehmen.

Dazu legen Sie Ihren Brief auf das Schriftstück. Dann greifen Sie beide Papiere und falten das Schriftstück an den vorhandenen Kanten zusammen. Dadurch knicken Sie Ihren Brief automatisch mit.

Etwas ordentlicher wird es, wenn Sie ein Lineal verwenden. In diesem Fall legen Sie wieder Ihren Brief auf das Muster-Schreiben. Dann positionieren Sie das Lineal so, dass es an der Faltkante des Musterbriefs verläuft.

Nun knicken Sie Ihren Brief am Lineal entlang hoch, nehmen das Lineal weg, falten das Papier ganz um und streichen die Kante fest. Das Ganze wiederholen Sie anschließend mit der zweiten Faltkante.

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Daneben können Sie den Briefumschlag als Schablone verwenden. In diesem Fall positionieren Sie den Umschlag mittig unter Ihrem Brief. Dabei zeigt die Vorderseite des Schreibens nach oben.

Jetzt knicken Sie zuerst die Unterkante Ihres Briefs soweit nach oben, dass sie ungefähr dort verläuft, wo der Umschlag beginnt. Anschließend drehen Sie Ihren Brief um und falten die Oberkante des Briefs nach unten.

Greifen Sie zu Lineal und Bleistift.

Ganz akkurat und ordentlich können Sie den Brief knicken, wenn Sie die drei Felder abmessen. Ein Blatt Papier im Format DIN A4 ist 210 x 297 mm groß. Wenn Sie die Höhe durch drei teilen, kommen Sie auf 99 mm. Dann gehen Sie so vor:

  • Legen Sie den Brief mit der Rückseite nach oben hin.
  • Nun messen Sie von der Oberkante aus 99 mm und 198 mm ab. Diese beiden Punkte markieren Sie an einem seitlichen Blattrand dünn mit Bleistift.
  • Anschließend falten Sie die Unterkante zu zwei Dritteln nach oben. Die Faltkante verläuft dadurch auf der Höhe Ihrer oberen Markierung.
  • Achten Sie darauf, dass die Seitenkanten genau aufeinanderliegen, bevor Sie das Papier glattstreichen. Sonst wird die Kante schief.
  • Sie können die Markierungen natürlich auch an beiden Rändern machen. Unbedingt notwendig ist das aber nicht. Denn wenn Sie den Brief so knicken, dass die Seiten exakt übereinstimmen, verlaufen die Faltlinien automatisch gerade.
  • Jetzt knicken Sie die obere Kante Ihres Briefs nach unten und streichen sie glatt. Dabei gibt die zweite Markierung die Position der Faltkante vor.

Damit ist Ihr Brief fertig gefaltet und kann in den Umschlag wandern.

Knicken Sie den Brief frei Hand.

Wenn Sie öfter basteln und ein ganz gutes Gefühl für den Umgang mit Papier haben oder regelmäßig Briefe falten, können Sie das Schreiben natürlich auch frei Hand knicken.

Dafür nehmen Sie das Blatt und legen es lose zu einer Welle. Wenn die Seitenkanten exakt aufeinander liegen, streichen Sie das Papier glatt. Auf diese Weise ist Ihr Brief im Zickzack-Falz gefaltet.

Ist Ihnen der Wickelfalz lieber, rollen Sie das Blatt locker auf. Dann richten Sie das Papier so aus, dass die Lagen ungefähr gleichgroß sind und die Seitenkanten übereinander liegen.

Außerdem muss sich der Blattrand, der außen ist, auf einer Seite der Rolle befinden. Die Naht darf also nicht in der Mitte verlaufen. Nun müssen Sie die Rolle nur noch zusammendrücken und glattstreichen. Fertig!