Kondolenzkarte schreiben: So drücken Sie stilvoll Mitgefühl aus

Aktualisiert am 21. August 2020 von Ömer Bekar

Infos zu Kondolenzkarte schreiben
Auch wenn es nur ein paar Zeilen sind, fällt es oft schwer, eine Kondolenzkarte zu schreiben.

Eine Kondolenzkarte wird auch Trauerkarte oder Beileidskarte genannt. Sie richtet sich an die Angehörigen des Verstorbenen und soll einerseits Mitgefühl ausdrücken und andererseits Trost spenden. Nur ist es gerade in einem Trauerfall oft nicht leicht, die richtigen Worte zu finden. Außerdem tauchen oft verschiedene Fragen auf. Wann Sie die Kondolenzkarte schreiben sollten, welche Inhalte angemessen sind und ob es formale Regeln gibt, zum Beispiel. In diesem Ratgeber erklären wir, wie Sie eine schriftliche Beileidsbekundung gestalten können.

Verwandte, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, flüchtige Bekannte: Eine Beileidskarte ist immer dann angebracht, wenn eine Person in Ihrem persönlichen Umfeld einen Menschen verloren hat. Ob Sie die verstorbene Person näher kannten, ist dabei zweitrangig. Denn die Kondolenzkarte ist für die trauernden Angehörigen bestimmt und soll ihnen durch die schwere Zeit helfen.

Bleibt aber die Frage, wie genau Sie eine Kondolenzkarte schreiben. Welchen Inhalt sollte sie haben? Wie sollte sie aussehen? Gibt es Formalitäten, die Sie beachten müssen? Und wann ist eigentlich der passende Zeitpunkt, um eine Trauerkarte zu übergeben? All das schauen wir uns jetzt an!

Der richtige Zeitpunkt fürs Schreiben der Kondolenzkarte

Es gibt zwar keine Regel oder Frist, bis wann Sie eine Kondolenzkarte schreiben müssen. Aber grundsätzlich gilt, dass Sie sich nicht zu viel Zeit lassen sollten. Wenn Sie erfahren haben, dass es in Ihrem persönlichen Umfeld einen Sterbefall gibt, sollten Sie recht schnell reagieren. Und das hat zwei Gründe.

Der erste Grund ist, dass die Angehörigen vor allem in der Anfangszeit Beistand und Trost brauchen. Unmittelbar nach dem Tod haben sie den schmerzlichen Verlust noch nicht verkraftet und wissen oft noch nicht, wie es jetzt weitergehen soll. Deshalb sind sie gerade in der Phase des Abschiednehmens dankbar, wenn sie aufrichtige Anteilnahme erfahren und spüren, dass sie nicht alleine sind.

Der zweite Grund ist, dass jede Beileidsbekundung den Verlust vor Augen führt. Trauerbriefe, die die Angehörigen Tage oder sogar Wochen später erreichen, können deshalb aufwühlen und den tiefen Schmerz, der sich gerade ein wenig gelegt hatte, wieder aufkeimen lassen. Der Weg zurück in die Normalität wird dadurch unnötig schwer.

Als grobe Richtlinie können Sie sich deshalb merken, dass Sie eine Kondolenzkarte bis zur Beisetzung oder spätestens am Tag der Trauerfeier abgegeben haben sollten.

Die Optik einer Kondolenzkarte

Eine stilvolle Kondolenzkarte ist die Basis, wenn Sie Ihr Mitgefühl zum Ausdruck bringen möchten. Dabei sind Trauerkarten in verschiedenen Formen und Stilen erhältlich. Von klassisch bis modern und von aufwändig bis schlicht ist so ziemlich alles vertreten.

Die Motive auf den Karten greifen oft Symbole auf, die mit Leben und Tod in Verbindung stehen und vielfach christliche Wurzeln haben. Gängige Motive und Symbole auf Beileidskarten sind zum Beispiel folgende:

  • Ein Kreuz steht für den Tod Jesu, die Vergebung, die Auferstehung von den Toten und die Verbundenheit mit Gott.
  • Betende Hände symbolisieren den Glauben und das Gebet als vertrauensvolles Zweigespräch mit Gott.
  • Der Fisch gehört zu den ältesten Symbolen des Christentums.
  • Ein Engel beschützt und spendet als Bewohner des Himmels die Hoffnung auf ewiges Leben.
  • Die Kerze steht für ein Licht, das leuchtet, aber auch für Vergänglichkeit.
  • Eine weiße Taube ist im Christentum das Sinnbild für den Heiligen Geist. Doch sie symbolisiert auch Frieden und die Seele, die den Körper verlässt.
  • Ein Baum steht ebenso wie ein Weg für das Leben.
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Neben einem Bild ist auf einer Beileidskarte außerdem häufig ein Trauerspruch aufgedruckt. Das dazugehörige Kuvert ist oft mit schwarzem Rand gestaltet.

Wenn Sie keine Trauerkarte verwenden möchten, können Sie stattdessen auch einfach ein Blatt Papier nehmen. Wählen Sie dann aber ein schlichtes, weißes und hochwertiges Papier. Verzichten Sie auf Verzierungen oder Bastelarbeiten. Im Trauerfall ist Zurückhaltung gefragt.

Das Schreiben der Kondolenzkarte als solches

Der Tod eines geliebten Menschen ist ein äußerst sensibles Thema, das viel Feingefühl erfordert. Deshalb ist es auch eine sehr persönliche Geste, wenn Sie eine Kondolenzkarte schreiben, um auf diese Weise Ihr Mitgefühl auszudrücken, zu trösten und Mut zu machen.

Um zu unterstreichen, dass Ihre Worte von Herzen kommen und eben sehr persönlich sind, sollten Sie eine Kondolenzkarte immer von Hand schreiben. Eine Beileidsbekundung per E-Mail oder Kurznachricht ist auch im digitalen Zeitalter tabu. 

Dabei ist nicht entscheidend, wie lang Ihr Text ist. Wenige Zeilen, die ehrlich, aufrichtig und ernst gemeint sind, helfen den Trauernden weit mehr als eine lange Aneinanderreihung von leeren Floskeln.

Auch Ihre Handschrift ist kein Hindernis. Natürlich sollten Sie nicht wild herumkritzeln, sondern sich um ein leserliches Schriftbild bemühen. Doch am Ende zählt, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, Ihr Beileid handschriftlich zu verfassen und eben nicht auf die Schnelle am Computer zu tippen.

Die Anrede in der Kondolenzkarte

Welche Anrede in der Trauerkarte angemessen ist, hängt davon ab, in welchem Verhältnis Sie zum Verstorbenen und seinen Angehörigen stehen. Sind Sie eng verbunden, darf Ihre Anrede entsprechend persönlich sein. Ist die Beziehung nicht sehr innig, sollten Sie eine förmlichere Anrede wählen.

Außerdem müssen Sie entscheiden, an wen Sie Ihre Kondolenzkarte richten. Schreiben Sie an einzelne Person wie zum Beispiel den Partner des Verstorbenen, an die ganze Familie oder an alle Angehörigen? Dementsprechend suchen Sie die passende Formulierung heraus.

Dabei ist in einer Trauerkarte üblich, dass Sie entweder mit „Liebe/r“ oder „Sehr geehrte/r“ beginnen und den Vornamen oder den Nachnamen hinzufügen. Letztlich sprechen Sie den oder die Empfänger also genauso an wie sonst auch. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Sie den Namen ganz weglassen und stattdessen „Liebe Trauerfamilie“ schreiben.

Auf dem Briefumschlag vermerken Sie die gleiche Person, an die sich auch Ihr Text richtet. Dabei schreiben Sie bei einer Einzelperson den Vor- und den Nachnamen, bei mehreren Personen adressieren Sie die Karte an „Familie (Nachname)“. Die Formulierung „An das Trauerhaus (Nachname)“ gilt inzwischen als veraltet und ist nicht mehr üblich.

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Die Inhalte einer Beileidskarte

Vor dem Hintergrund eines Sterbefalls ist es gar nicht so einfach, die passenden Worte zu finden. Denn auf der einen Seite ist der Verlust zu beklagen. Ein Mensch, der immer da war, fehlt plötzlich.

Auf der anderen Seite geht das Leben weiter. Die Angehörigen können nicht ewig in einer Schockstarre verharren, sondern müssen Kraft, Zuversicht und Hoffnung für die Zukunft schöpfen.

Wenn Sie Ihre Kondolenzkarte schreiben, gilt es also, Anteil zu nehmen und Verständnis für die Trauer zu zeigen, Trost zu spenden und gleichzeitig den Blick behutsam nach vorne zu richten. Und damit das gelingt, können Sie Ihren Text so aufbauen:

Einleitung

Spätestens wenn die Angehörigen die Karte aus dem Umschlag nehmen, wissen sie, worum es geht. Eine Überraschung ist der Inhalt der Trauerkarte also nicht. Trotzdem ist es schwierig, einen Einstieg in den Text zu finden. Schließlich wollen Sie ja nicht taktlos erscheinen und die Trauernden regelrecht überfahren.

Eine elegante Lösung kann deshalb sein, wenn Sie mit einem Trauerspruch oder einem Zitat beginnen. Vielleicht finden Sie auch einen passenden Satz in einem Buch oder einem Song, den der Verstorbene mochte. Damit bringen Sie zum Ausdruck, dass Sie sich ernsthaft Gedanken gemacht haben.

Nach der Anrede können Sie ruhig konkret werden. Schreiben Sie zum Beispiel, wie Sie vom Sterbefall erfahren haben und was die Nachricht vom Tod des Verstorbenen in Ihnen ausgelöst hat.

Verzichten Sie aber auf zu viel Drama. Wenn Sie sich tief erschüttert über das schreckliche Ereignis und die fürchterlichen Qualen zeigen, spenden Sie keinen Trost. Stattdessen rufen Sie möglicherweise nur noch mehr Schmerz hervor.

Beileidsbekundung

Als nächstes sollten Sie Ihr Beileid aussprechen und Ihre Anteilnahme bekunden. Das können Sie zum Beispiel so formulieren:

  • Die große Lücke, die … hinterlässt, wird kaum zu schließen sein. Unser Mitgefühl gilt Ihnen und Ihren Kindern.
  • Wir nehmen an eurem Schmerz Anteil und sprechen euch unser Beileid aus.
  • Tief ergriffen spreche ich Dir meine Anteilnahme aus.
  • Mit tiefem Mitgefühl versichere ich Ihnen mein herzliches Beileid.
  • In aufrichtiger Trauer fühle ich mit Dir.

Persönliches

Eine Trauerkarte sollte von persönlichen Worten geprägt sein. Das erreichen Sie, indem Sie auf Erinnerungen eingehen.

Wie haben Sie den Verstorbenen kennengelernt? Was haben Sie gemeinsam mit ihm erlebt? Was mochten Sie besonders am Verstorbenen? Woran werden Sie sich erinnern, wenn Sie an ihn denken? Was werden Sie am meisten vermissen?

Schreiben Sie in der Kondolenzkarte zwei, drei Sätze dazu, was Sie mit dem Verstorbenen verbindet. Dadurch vermitteln Sie den Angehörigen, dass Ihnen die Person ebenso fehlen wird.

Abschluss

Im letzten Abschnitt Ihres Textes sollten Sie den Hinterbliebenen Zuversicht schenken. Wünschen Sie ihnen Kraft und spenden Sie Hoffnung. Beweisen Sie dabei aber viel Fingerspitzengefühl. Eine Bemerkung wie „Die Zeit heilt alle Wunden“ möchte niemand hören, der gerade um einen Angehörigen trauert.

Wenn Sie wollen, können Sie den Hinterbliebenen außerdem Unterstützung anbieten. Allerdings sollten Sie so ein Angebot wirklich nur dann machen, wenn Sie es ernst meinen. Niemandem ist geholfen, wenn Sie Hilfe zusichern und dann kneifen.

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Abschließen können Sie Ihren Text mit einer Grußformel wie „In stillem Gedenken“ oder „Mit stillem Gruß“. Sie können die Grußformel aber auch weglassen und nur mit Ihrem Namen unterschreiben.

Ein paar Trauersprüche für die Beileidskarte

Ein schöner Spruch oder ein passendes Zitat sind eine beliebte Ergänzung für den Text einer Trauerkarte. Denn oft bringen die Sprüche auf den Punkt, was zum Ausdruck kommen soll, wofür aber eigene Worte fehlen.

Bei den Zitaten kann es sich um Sprüche berühmter Personen, klassische Trauersprüche oder Bibelstellen handeln. Wenn Sie eine Trauerkarte schreiben, können Sie aber selbstverständlich auch ganz andere Quellen bemühen. Songtexte, Gedichte, Gebete, Zitate aus Filmen oder Redewendungen im Zusammenhang mit dem Hobby des Verstorbenen sind Beispiele. Wichtig ist am Ende nur, dass der Spruch zum Verstorbenen passt und ihm vermutlich gefallen hätte.

Eine kleine Auswahl an Trauersprüchen haben wir für Sie zusammengestellt:

  • Man lebt zweimal: das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung. (Honoré de Balzac)
  • Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man durch den Tod nicht verlieren. (Johann W. von Goethe)
  • Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. (Antoine de Saint-Exupéry)
  • Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie. Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind. Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot. (Ernest Hemingway)
  • Und immer sind da Spuren deines Lebens, Gedanken, Bilder und Augenblicke. Sie werden uns an dich erinnern, uns glücklich und traurig machen und dich nie vergessen lassen.
  • Das schönste Denkmal, was ein Mensch bekommen kann, steht im Herzen der Mitmenschen. (Albert Schweitzer)
  • Der Tod ist nicht das Ende, nicht die Vergänglichkeit, der Tod ist nur die Wende, Beginn der Ewigkeit.
  • Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt. (Johannes 11,25)

Kondolenzkarte schreiben – ein Beispiel

Zum Schluss zeigen wir Ihnen, wie der Text einer Trauerkarte aussehen kann. Wenn Sie eine Kondolenzkarte schreiben, sollten Sie aber immer versuchen, Ihre eigenen Worte zu finden. Denn zum einen sollte Ihr persönliches Verhältnis zum Verstorbenen und seinen Angehörigen zum Ausdruck kommen. Und zum anderen ist es für die Angehörigen wenig tröstlich, wenn sie stets die gleichen Floskeln lesen.

Liebe/r …,

der plötzliche Tod von … hat auch mich tief bewegt. Ich möchte Dir meine aufrichtige Anteilnahme aussprechen und Dir versichern, dass ich in den schweren Stunden des Abschieds mit Dir fühle.

Die Freundschaft, die mich mit … verbunden hat, ist ein kostbares Geschenk. Ich werde … in dankbarer Erinnerung im Herzen bewahren.

Wenn ich etwas für Dich tun kann, lass es mich bitte wissen. Für die nächste Zeit wünsche ich Dir Kraft, Mut und Trost in der Gewissheit, dass Dir der Tod all die Erlebnisse und Momente mit … nicht nehmen kann.

Unterschrift