Postkarte schreiben: So geht es richtig

Aktualisiert am von Ömer Bekar

Infos zu Postkarte schreiben
Im digitalen Zeitalter sind Postkarten eine willkommene Überraschung.

Ob aus dem Urlaub, für eine kurze Mitteilung oder einfach so, als netter Gruß zwischendurch: Die gute alte Postkarte kehrt zurück. Allerdings ist es manchmal schon eine ganze Weile her, dass die letzte Karte geschrieben wurde. Deshalb tauchen gerne mal Fragen auf. Wie eine Postkarte beschriftet wird, wo die Briefmarke hingehört oder welcher Text sich eignet, zum Beispiel. In diesem Artikel haben wir zusammengestellt, was Sie wissen und woran Sie denken sollten, wenn Sie mal wieder eine Postkarte schreiben.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Zeit, als in den Ferien Reisen mit den Eltern auf dem Programm standen und die zwei oder drei Wochen ohne die Freunde wie eine halbe Ewigkeit erschienen. Damals, als Handys noch nicht so weit verbreitet waren und eine SMS oder gar ein Anruf aus dem Ausland ein kleines Vermögen kostete.

Und als Sie jede Menge Postkarten geschrieben haben, um von Ihren Erlebnissen zu berichten und die Empfänger an Ihren Eindrücken teilhaben zu lassen.

Diese Zeiten sind lange vorbei. Denn die Gründe, die früher der Anlass fürs Schreiben einer Postkarte waren, gibt es nicht mehr. Schließlich ist das Smartphone zum treuen Begleiter geworden und dank mobilem Internetzugang sind die schönsten Fotos schnell online. Auch Grüße sind per Messenger-App ruckzuck um die ganze Welt verschickt.

Aber mal ehrlich: Wenn eine bunte Postkarte mit ein paar handgeschriebenen Zeilen im Briefkasten liegt, ist das doch irgendwie schöner als eine digitale Nachricht auf dem Handy oder ein öffentlicher Post in den sozialen Netzwerken. Eben weil so eine Karte im digitalen Zeitalter etwas Besonderes ist. Und weil das 10,5 mal 14,8 Zentimeter große Stück Papier Erinnerungen weckt und Wertschätzung ausdrückt.

Also, warum nicht mal wieder eine Postkarte schreiben? Infos und Tipps dazu haben wir für Sie!

Das sollten Sie bei der Auswahl der Postkarte beachten

Wenn Sie in einem Souvenirshop oder Schreibwarenladen stehen, ist die Auswahl an Postkarten oft ziemlich groß. Allerdings sollten Sie immer ein bisschen im Hinterkopf haben, an wen Sie die Karten verschicken.

Für die Eltern, die Großeltern und andere Verwandte können Sie mit Sehenswürdigkeiten, Aufnahmen aus dem Ort oder unverfänglichen Motiven wie Blumen, Tieren oder Landschaften nicht viel falsch machen. Solche Postkarten eignen sich auch für die Arbeitskollegen im Büro.

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Gute Kumpel schmunzeln vielleicht über eine Karte mit adretten Mädels im Bikini. Für die Freundinnen dürfen es knackige Surfer oder auch ein romantischer Sonnenuntergang sein.

Schicken Sie die Karten gar nicht von einer Reise, sondern von zu Hause, können Sie natürlich auch individuelle Postkarten erstellen. Haben Sie zum Beispiel ein schönes Foto, können Sie sich Blanko-Postkarten besorgen und die Rückseite damit bedrucken. Im Fotoshop können Sie Fotos auch direkt als Postkarten ausdrucken lassen.

Nun kann natürlich gut sein, dass Ihr Budget begrenzt ist. Zumal zu den Postkarten ja noch das Porto dazukommt. Müssen Sie die Liste an Empfängern kürzen, streichen Sie diejenigen weg, die am ehesten auf die Grüße verzichten können. Kumpels und Freundinnen sind bestimmt nicht enttäuscht oder sauer, wenn sie eine digitale Nachricht bekommen.

Die Eltern und Großeltern oder die Tante, die etwas zur Urlaubskasse beigesteuert hat, sollten hingegen unbedingt mit einer Karte bedacht werden. Gleiches gilt für den Nachbar, der die Blumen gießt, das Haustier füttert und den Briefkasten leert. Denn hier kommt es auf die Geste an.

So beschriften Sie die Postkarte richtig

Haben Sie die passenden Postkarten ausgesucht, fragen Sie am besten gleich nach Briefmarken. In Souvenirläden und an Verkaufsständen mit Postkarten sind nämlich meist auch Briefmarken erhältlich. So sparen Sie sich die Suche nach einer Postfiliale.

Zurück im Hotel oder in einem gemütlichen Café können Sie dann damit beginnen, Ihre Postkarten zu schreiben. Dabei ist eine Postkarte in zwei Hälften aufgeteilt. Die linke Seite ist für Ihren Text vorgesehen. Dazu kommen wir gleich noch.

Auf der rechten Seite ist in der Ecke oben ein Rechteck aufgedruckt. Auf dieses Feld kleben Sie die Briefmarke. Darunter befinden sich mehrere Zeilen. Hier tragen Sie den Empfänger und die Adresse ein. Und zwar so:

  • In die erste Zeile schreiben Sie den Namen des Empfängers. Dabei können Sie eine Anrede wie Frau, Herr oder Familie voranstellen. Sie können es aber auch einfach beim Vor- und Nachnamen belassen.
  • Den Straßennamen und die Hausnummer notieren Sie in der zweiten Zeile.
  • Darunter, also in der dritten Zeile, tragen Sie die Postleitzahl und den Ort ein.
  • Manchmal gibt es noch eine vierte Zeile. Hier schreiben Sie das Zielland hinein, wenn Sie sich im Ausland befinden. Verwenden Sie dabei nach Möglichkeit die Bezeichnung in der Sprache Ihres Urlaubslandes, also zum Beispiel englisch Germany, französisch Allemagne oder spanisch Alemania für Deutschland. Gibt es keine vierte Zeile, vermerken Sie das Zielland unterhalb der Adresse.
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Angaben zum Absender schreiben Sie üblicherweise nicht auf eine Postkarte. Und Sie stecken die Karte auch nicht in einen Briefumschlag. Sonst wäre es keine Postkarte mehr, sondern ein Brief.

Welchen Text Sie auf die Postkarte schreiben können

Wie schon erwähnt, ist die linke Hälfte der Karte für Ihre Mitteilung vorgesehen. Wobei Sie natürlich nicht zwangsläufig Texte auf die Postkarten schreiben müssen. Stattdessen oder als Ergänzung können Sie auch eine kleine Zeichnung anfertigen.

Meistens wird es aber auf ein paar Worte hinauslaufen. Ein paar Worte deshalb, weil der Platz begrenzt ist. Für ausführliche Erzählungen eignet sich eine Postkarte nicht. Bevor Sie loslegen, sollten Sie also ungefähr wissen, was Sie wie schreiben möchten. Und dazu haben wir fünf Tipps für Sie:

1. Werden Sie persönlich.

Einen Beitrag in den sozialen Medien können alle Ihre Freunde lesen. Im Unterschied dazu schreiben Sie eine Postkarte nur für diesen einen Empfänger. Deshalb können Sie ruhig persönlich werden.

Beginnen Sie mit einer lockeren Anrede wie „Hallo“ oder „Liebe/r“ und dem Namen dazu. Anschließend können Sie auf den Empfänger eingehen.

Haben Sie im Urlaub etwas gesehen oder erlebt und mussten Sie in diesem Moment an den Empfänger denken? Was würde ihm gut gefallen, wenn er gerade hier wäre? Haben Sie eine lokale Spezialität gegessen, die Sie nach Ihrer Rückkehr für den Empfänger nachkochen wollen? Solche Dinge können Sie auf die Postkarte schreiben.

Am Ende sollten Sie nicht vergessen, den Text mit vielen Grüßen und Ihrem Namen abzuschließen. Schließlich soll der Empfänger wissen, wer ihm die Karte schreibt.

2. Probieren Sie es mit Reimen.

Sie können Ihre Grüße auch reimen. Und dabei müssen Sie keine Angst davor haben, sich als Dichter zu versuchen. Denn entweder Ihr Gedicht gelingt wunderbar und der Empfänger ist gerührt. Oder Sie verfassen eine ziemlich holprige Poesie. Das ist mindestens genauso gut, denn dadurch wird Ihre Postkarte originell und witzig.

Kleine Anregung gefällt? Bitte sehr:

Liebe/r Empfänger,

während Du diese Zeilen liest, sitze ich im Paradies. Sonne, Palmen, Strand, leckeres Essen – da lässt sich der Alltag schnell vergessen. Alle weiteren Erlebnisse und Geschichten werde ich Dir Zuhause berichten.

Herzliche Grüße aus…
Absender

3. Schreiben Sie einfach.

Hallo Name,

wir schicken Dir viele Grüße aus den Alpen. Das Wetter ist super und die Luft einfach herrlich. Wir waren bis jetzt jeden Tag wandern und konnten schon tolle Aussichten genießen.

Bis bald, Unterschrift

So ein Text ist vielleicht nicht sehr ausgefallen. Aber er ist ehrlich und der Empfänger wird sich über die Grüße freuen.

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Am Ende kommt es nämlich gar nicht so sehr darauf an, was Sie schreiben. Viel wichtiger ist, dass Sie sich die Mühe machen, überhaupt eine richtige Postkarte zu schreiben. Machen Sie sich deshalb nicht zu viele Gedanken. Schließlich geht es um eine Postkarte und nicht um Ihre Diplomarbeit.

4. Achten Sie auf einen geeigneten Stift.

Anders als ein Brief ist eine Postkarte nicht mit einem schützenden Umschlag umhüllt. Deshalb schreiben Sie Ihren Text am besten mit einem Kugelschreiber auf die Postkarte.

Greifen Sie zu einem Füller, könnte die Schrift verwischen, wenn die Karte mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt. Eine Schrift mit Bleistift wiederum könnte abgerieben werden.

Bemühen Sie sich außerdem um eine leserliche Handschrift. Natürlich müssen Sie keine perfekte Schönschrift aufs Papier zaubern. Aber es wäre schade, wenn der Empfänger ihre Nachricht nicht entziffern kann.

Kleiner Tipp am Rande: Wenn Sie schon ewig nichts mehr von Hand geschrieben haben, greifen Sie auf Druckbuchstaben zurück. Das sieht zwar vielleicht nicht so ansprechend aus wie eine Schreibschrift. Aber dafür kann der Empfänger den Text garantiert lesen.

5. Denken Sie daran, dass Sie eine Postkarte schreiben.

Was selbstverständlich scheint, kann im Eifer des Gefechts ein wenig Vergessenheit geraten: Wenn Sie eine Postkarte schreiben, ist der Text für jeden sichtbar, der die Karte in die Hand bekommt.

Die Mitarbeiter der Post werden sich zwar nicht unbedingt dafür interessieren, was auf der Karte steht. Doch wenn die Postkarte aus Versehen im Briefkasten vom Nachbarn landet oder ein Mitbewohner des Empfängers die Post holt, wird er sicher einen Blick darauf werfen. Allzu private oder intime Botschaften sollten Sie deshalb lieber in einem geschlossenen Brief übermitteln.

Denken Sie außerdem daran, dass eine Postkarte aus dem Ausland eine ganze Zeit lang unterwegs sein kann. Und es kommt gar nicht so selten vor, dass die Urlaubsgrüße erst eintreffen, wenn der Urlauber schon wieder zurück ist.

Für eine Nachricht, die wichtig ist, etwa dass Sie gut im Hotel angekommen sind oder wann Sie am Flughafen abgeholt werden möchten, ist eine Nachricht per Handy deshalb besser geeignet.

Übrigens: Sie müssen nicht bis zum nächsten Urlaub warten, wenn Sie eine Postkarte schreiben möchten. Einen lieben Menschen können Sie auch zwischendurch und von Zuhause aus mit einer Karte überraschen. Damit bringen Sie zum Ausdruck, dass Sie an die Person denken. Und das freut Eltern und Großeltern genauso wie Verwandte und alte Freunde.